Geschichte

 

Geschichte und Entwicklung


September 2009

Regionaler DEICHMANN-Förderpreises gegen Jugendarbeitslosigkeit ging 2009 an die Produktionsschule Westmecklenburg, Greven.
 
Die Produktionsschule Westmecklenburg ist Regionalsieger 2009 im Rahmen des DEICHMANN-Förderpreises gegen Jugendarbeitslosigkeit geworden.
 
 
 
Die Auszeichnung des Landessiegers wurde am 17.09.2009 von Ministerpräsidenten Erwin Sellering und Herrn Ulrich Effing, Projektleiter des Förderpreises bei Deichmann übergeben.
Um benachteiligten Jugendlichen zusätzlich eine Chance zu geben, hat DEICHMANN den Förderpreis gegen Jugendarbeitslosigkeit ins Leben gerufen, der in diesem Jahr bereits zum fünften Mal ausgelobt wurde.
Die Werkstatt Gartenbau und Landwirtschaft, die ihren Produktionsbereich die Mutterkuhhaltung von Galloways in freier Naturhaltung aufbauen möchte, kann jetzt beginnen. So können wir mit diesem Geld und vergangenen Privatspenden sagen: „Hurra, die erste Gallowaykuh ist da“.

 

 


 

1. August 2006 bis 29. März 2007

September 2009
 


Spaß bei der Renovierung

Die Landesregierung baut im Land fünf Produktionsschulen nach dänischem Vorbild auf. Für die Region Westmecklenburg hat die Produktionsschule Westmecklenburg der All Pütter gGmbH in Kooperation mit inab bfw in Greven ihren Betrieb am 01. August 2006 aufgenommen.

Diese Produktionsschule soll als Einrichtung der Jugendberufshilfe vorrangig für die Altersgruppen der 15- bis 20-Jährigen an der ersten Schwelle Hilfsangebote zur Integration in die Berufsbildung oder in den ersten Arbeitsmarkt unterbreiten bzw. teilweise bei der Rückführung in den Regelschulbereich Unterstützung bieten.

Sie wendet sich dabei an:

  • Schulabbrecher bzw. schulmüde junge Menschen
  • junge Menschen ohne Ausbildungsplatz
  • Ausbildungsabbrecher
  • arbeitslose junge Menschen
  • junge Menschen aus Einrichtungen der Jugendhilfe mit besonderem individuellen sozialpädagogischen Hilfebedarf
  • junge Menschen, die nach einem Schulabschluss eine Orientierung bzw. berufspraktische Vorbereitung zur Aufnahme einer Berufsausbildung suchen,

die sich vorrangig nach dem pädagogischen Modell des produktiven Lernens in Werkstätten unter betriebsgleichen Bedingungen ausprobieren können.

Die Produktionsschule Westmecklenburg weist sechs Werkstattbereiche mit unterschiedlichen Produktionsrichtungen auf:

In den Werkstätten wird unter Anleitung dieser Werkstattpädagogen betriebsgleich gearbeitet.

 


Erste Kontaktaufnahme

Die Werkstattpädagogen, die Schulleiterin Frau Trepke, die Sozialpädagogin Frau Alex sowie die Verwaltungsfachkraft Herr Falck haben alle zur Vorbereitung des Schulbetriebes ihre Arbeit bereits zum 01.08.2006 aufgenommen. Damit hatten sie die Möglichkeit, sich mit den Produktionsschulprinzipien vertraut zu machen und diese von Beginn an durchzusetzen.

Mit zahlreichen Gesprächen, Informationsveranstaltung und Kontakten wurde die Verfahrensweise zur Akquise und Aufnahme vielen Ansprechpartner wie in erster Linie Jugendlichen, Erziehungsberechtigten, Familienbetreuern, Lehrern, Erziehern, Sozialbetreuern etc. vertraut gemacht.

Jeder Mitarbeiter hat sich mit dem auseinander gesetzt, was die zukünftigen Produktionsschüler an Vorrausetzungen mitbringen werden und weshalb es für sie Sinn machen wird, die Produktionsschule für sich zu nutzen.

Dazu wurden u.a. folgende Foren genutzt:

  • Produktionsschulprinzipien
  • ein Erfahrungsaustausch/ Schulung in der Produktionsschule in Waren
  • thematisierte Teamsitzungen in Vorbereitung der Eröffnung mit Erstellung
    • Schulvereinbarung
    • Hausordnung
    • handlungsorientierten Curriculum für jede Werkstatt (dies ist der Rahmen für die Vermittlung von allgemein bildenden, fachpraktischen und fachtheoretischen Kenntnissen und Fähigkeiten, da es keinen einheitlichen Rahmenlehrplan für PS gibt)
    • innerbetriebliche Abrechnungsmodalitäten
    • Ausbildungshandbuch für Arbeits-, Gesundheitsschutz und Hygiene
    • Arbeitsgrundlagen für Verwaltung von Daten
    • Monatsberichte mit Planung für den Folgemonat als „roter Faden“ u.v.m.
  • Vorstellungsrunde der Mitarbeiter der wissenschaftlichen Begleitung

Diese Möglichkeit, sich in den in den ersten vier Wochen vor der Eröffnung der Produktionsschule, einen Fahrplan erarbeiten zu können, hat die Vorraussetzungen für eine hohe Arbeitsqualität geschaffen. Diese Qualität wird durch jeden Mitarbeiter getragen.

Die jungen Menschen sollen sich freiwillig und selbständig an der Schule bewerben. Bei eigenständiger Auswahl bzw. Aufnahme durch die Schule erhalten die Jugendlichen einen eigenen Schulvertrag und für ihre Arbeit ein geringes leistungsabhängiges Entgelt von 5,00 € pro Tag.

 


Eröffnung durch Frau Trepke

Aus den Bewerbungen zum Schulbeginn am 01.09.2006 wurden 23 Jugendliche ausgewählt, die gemeinsam mit den Mitarbeitern der Produktionsschule die so genannten „Gründungsmitglieder“ bilden. Zur Eröffnungsveranstaltung wurde den Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, Erziehungsberechtigte, Geschwister und auch Freunde mitzubringen. Davon ist auch zahlreich Gebrauch gemacht worden.

Die Jugendlichen sind nach der Eröffnung mit ihren Werkstattpädagogen und mitgebrachten Angehörigen in alle Werkstätten gegangen. Sie haben vom Werkstattpädagogen ihren Betriebsausweis erhalten, damit sie sofort die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen konnten. Der Reisedienst Parchim hat dann nach vorherigen Angaben bereits am 01.09.2006 die Fahrausweise übergeben. Der Reisedienst hat auch die Möglichkeit geschaffen, dass alle Jugendlichen gut aus der Region nach Greven kommen können. Diese komplikationslose Zusammenarbeit hat einen wesentlichen Anteil am guten Start der Produktionsschule.

In allen Werkstätten hat ab dem 04.09.2006 der praktische Werkstattbetrieb begonnen. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit erhalten, gemeinsam mit ihren Werkstattpädagogen ihre Werkstätten einzurichten. Dazu gehören auch das Herrichten der Räume und das Aufstellen der Maschinen. Es wurde in den ersten 2 Wochen in allen Werkstätten neue Maschinen und Einrichtungsgegenstände mit den Jugendlichen aufgebaut. So haben die Jugendlichen die Gelegenheit von Beginn an dabei zu sein und mitzusprechen.

Die Jugendlichen werden in die realitätsnahe Gestaltung des Werkstattalltags mit einbezogen  - so erleben sie sich neu. Sie erfahren in ersten Ansätzen Verantwortung zu übernehmen, so wie es den betrieblichen Erwartungen entspricht. In den Werkstätten spürt man durch das gemeinsame Schaffen unter realen betriebsgleichen Arbeitsbedingungen, dass sich allmählich die Gruppen zusammenfinden.

Zur Vorbereitung auf die Zeit nach der PS wird versucht, dass sich die Jugendlichen mit ihren Grenzen auseinandersetzen und Verantwortung übernehmen.

Wie wird dies unterstützt?

  • Es werden mit jedem Jugendlichen Förderplangespräche durchgeführt.
  • In diesen Gesprächen werden sie so gelenkt, dass sie es sind, die sich darüber Gedanken machen, wie sie vom Ist zum Soll gelangen.
  • Sie sind es, die über die dazu erforderlichen Ressourcen Gedanken machen und legen fest wie und mit wem sie dieses Soll erreichen möchten und zu wann.
  • Diese Gedanken werden vom Schüler auf einem Begleitblatt schriftlich festgehalten dieses geht in die Entwicklungsmappe des Schülers.
  • Der Schüler ist neben dem Werkstattpädagogen für die Einhaltung des nächsten Gesprächstermins verantwortlich und kann für sich zur besseren Kontrolle ein Begleitblatt erhalten.

Sie werden angeregt:


Teamarbeit ist erwünscht
  • sich aktiv an dem Entwicklungsprozess der Schule zu beteiligen
  • sich mit dem Schüler neben sich Auseinanderzusetzen
  • Position zu beziehen
  • Tätigkeitsnachweise so zu führen, dass es ein bedeutsames unterstützendes Dokument für sie sein kann und Spiegelbild ihrer Entwicklung ist.
  • dass bei der wöchentlichen Taschengeldauszahlung neben der bloßen Auszahlung des leistungs- und anwesenheitsabhängigen Taschengeldes immer mehr eine Selbst- und Fremdreflexion der individuellen Leistung überdacht, benannt und begründet wird.
  • durch Schülerexkursionen zu erkennen, dass Produktionsschule noch mehr sein kann. Sie erlebten in Ihrer unmittelbaren Umgebung Menschen in bekannten und unbekannten bis hin zu außergewöhnlichen Arbeitsfeldern. Hatten die Möglichkeit sich von diesen Menschen Antworten zu holen auf die sie interessierenden Fragen. Erlebten vor Ort gesellschaftsfähige Normen und Werte. Hatten Spaß miteinander und gemeinsame Erlebnisse auf einer anderen Ebene außerhalb der Produktionsschule.
  • durch Vorbereitung und Durchführungen von gemeinsamen Veranstaltungen (wie die gemeinsame Weihnachtsfeier, gemeinsames Wintergrillen etc.)



Durch das Monitoring aller Produktionsschulen, welches vom Ministerium koordiniert wird, haben wir die Möglichkeit sofort und exakt auf statistische Angaben zu erkennen.

So haben wir mit dem Stand der ersten Woche des Schulbetriebes folgende Angaben zur Verfügung:

  • 23 Jugendliche
  • dav. 2 Mädchen  und 21 Jungen mit
  • einem Durchschnittsalter von 17,88 Jahren
  • 43,48 % haben einen Förderschulabschluss
  • 39,13 % haben keinen Schulabschluss und
  • 13,04 haben einen HS Abschluss sowie
  • 4,35 fallen unter einen sonstigen Abschluss
  • die Abgangsklassenstufe ist erkennbar

Stand per 31.12.2006:

  • insgesamt 46 Jugendliche haben die PS durchlaufen, wovon noch 39 per 31.12.2006 Schüler sind
  • Durchschnittsalter von 18,06 Jahren

Stand per 29.03.2007:

  • insgesamt 67 Jugendliche haben die PS durchlaufen, wovon noch 58 per 31.12.2006 Schüler sind
  • Durchschnittsalter von 18,31 Jahren



Aus der beigelegten Statistik ist zu entnehmen, dass bereits 9 Jugendliche die PS verlassen haben. Dies hat unterschiedliche Gründe:

  • 1 Jugendlicher ist in die überbetriebliche Ausbildung eingestiegen,
  • 2 Jugendliche nehmen an einer BVB Maßnahme teil,
  • 3 Jugendliche sind in den Strafvollzug gegangen,
  • 1 Jugendlicher ist in die Schule zurückgeführt worden,
  • 2 Jugendliche sind arbeitslos gemeldet. Diese beiden haben ihr Desinteresse mit extrem hohen Fehlzeiten belegt und eine Arbeit mit ihnen nicht mehr für wichtig gehalten.



Weitere Jugendliche werden regelmäßig bei uns aufgenommen. Es liegen bereits 6 Vormerkungen für einen voraussichtlichen Eintritt ab 01.09.2007 vor. Die Jugendlichen kommen aus allen Regionen des Landkreises.

Wir haben weitere Jugendliche auf der Warteliste, die aus den unterschiedlichsten Gründen - wie z.B. die erforderliche Trennung vom Elternhaus, wenig Mobilität bei der Erreichung der PS - gerne in das Wohnheim der PS wollen. Wohnheimplätze sind vorhanden. Dabei ist eine Kostensatz von 15,50 € pro Tag erforderlich. Zur Zeit ist jedoch noch keine Finanzierungsmöglichkeit, auch nicht im Einzelfall, gegeben.

Die Grundfinanzierung der Produktionsschule in Greven kann im Rahmen des ASP-Programms B.4.3 aus ESF- und Landesmitteln für den Zeitraum der alten und der neuen Phase des Operationellen Programms bis 2013 erfolgen. Eine Förderung durch das ASP kann bis zum Jahr 2007 90% der förderfähigen Kosten betragen; eine Mitfinanzierung ist dann in Höhe von 10% erforderlich.
Ab 2008 soll diese örtlich-kommunale Mitfinanzierung um jährlich 5% pro Jahr auf 40% im Jahr 2013 gesteigert werden. Die erforderliche örtlich-kommunale Mitfinanzierung soll vom Landkreis Parchim bzw. Dritten erfolgen.

 


Der Beirat in den Werkstätten

Grundlage der Produktionsschule muss eine einvernehmliche Abstimmung mit der regionalen Wirtschaft sein, die auch eine Mitverantwortung der Leitung übernehmen soll. Vor dem Hintergrund der Einbindung der Schule in die regionale Wirtschaft und die regionalen Gegebenheiten wünscht die Landesregierung daher für die Produktionsschule zwei Leitungsorgane:

  • zum einen die Schulleitung der Produktionsschule Westmecklenburg mit der Aufgabe der pädagogischen, inhaltlichen und personellen Verantwortung der Schule und
  • zum anderen eine verbindliche Beiratsleitung unter Beteiligung der Kammern (IHK und HWK), Kreishandwerkerschaft und Gartenbauverband, der Wirtschafts- bzw. Unternehmerverbände, der Gewerkschaft und des Landkreises Parchim.

Dieser Beirat gibt sich selbst eine Ordnung und hat die Aufgabe, die von den jungen Menschen zu erstellende Produktpalette sowie die daraus zu erzielenden Einzelpreise festzulegen, um eine Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden. Dieser Beirat wurde am 13.11.2006 termingerecht (Auflage Gründung bis zum 30.11.2006) gegründet.

Das Herz der Produktionsschule ist die Produktion. Dies wird verwirklicht durch marktorientierte Produktions- und Lernprozesse. Die Jugendlichen werden gemeinsam mit ihren Werkstattpädagogen Produkte produzieren, die sie auch verkaufen werden. Dabei ist es wichtig, dass die Jugendlichen ihre Ideen bei der Produktpalette mit einbringen. Sie sind dabei gefragt und können und sollen dabei mitwirken.

Hier einige Beispiele:

Aus der Kunststoffwerkstatt Aus der Holzwerkstatt
Aus der Metallwerkstatt Aus der Gartenbauwerkstatt
Aus der Keramikwerkstatt Aus der Hauswirtschaft


Die Werkstattpädagogen haben bei der Erstellung der Produktpalette mit ihren Schülern drei Bestandteile in der Vorbreitung beachtet:

  • der Blick auf die zu erbringenden Erlöse als Bestandteil der Gesamtfinanzierung der PS.
  • Produkte herzustellen, die mit den tätigen Jugendlichen jetzt und nach einer Übungszeit auch tatsächlich geleistet werden können.
  • welche Persönlichkeitseigenschaften bei den Produktionsschülern zwingend erforderlich sind um diese Produkte schaffen und vermarkten zu können. Dies wird gesehen als ein wichtiger Bestandteil auf die Vorbereitung der Zeit nach der PS.



Ein Produkt in der Werkstatt Küche ist unter anderem das Herstellen des Frühstücks- und Mittagsangebotes. In der Tagesstruktur der Produktionsschule ist die Einnahme einer gemeinsamen Mahlzeit vorgesehen. Der tägliche gemeinsame Mittagstisch entwickelt sich zu einem Kultur-Ritual bei dem Stolz auf Gemeinsamkeit und Zugehörigkeit spürbar ist.

Der Beirat bestätigte die vorgelegte Produktpalette mit ihrem Umfang und ihren Preisen. Nach Bestätigung durch den Beirat wurde der Produktkatalog veröffentlicht. Die Werkstätten seit der Beiratsgründung für Besucher, Gäste und Kunden geöffnet.

Alle Mitarbeiter sind mit großen Ideen zur Produktherstellung angetreten und mussten ihre Vorstellungen etwas bremsen, nachdem sie sich von den jetzigen Möglichkeiten der Jugendlichen überzeugt haben:

  • Die Mitarbeiter hatten sich den Anspruch gestellt, dass von Beginn an, die in einer Produktionsschule üblichen Tagesstrukturen verwirklicht werden. Dazu gehört der gemeinsame Mittagsimbiss aller Pädagogen und Jugendlichen. Das dies geschafft wurde, ist nicht zuletzt der Gruppe in der Küche zu verdanken.
  • Inzwischen werden von dem Team in der Küche neben dem Frühstücksangebotes täglich ca. 80 Essen hergestellt.



Als eine Aktivität zur Vermarktung der Produkte und der Öffentlichkeitsarbeit hat sich die Produktionsschule mit einem Verkaufsstand für 3 Tage am Schweriner und für 2 Tage am Parchimer Weihnachtsmarkt beteiligt. Die Produktion der dort zum Verkauf angebotenen Produkte haben alle Werkstätten aktiv betrieben. Dabei war die Beteiligung der Schüler beim Aufbau und beim Verkauf auf dem Markt ein wichtiger Baustein der Festigung des Teams.

Neben der täglichen Arbeit in den Werkstätten können die jungen Menschen auch individuell ausgerichtete Bildungsmodule wie z. B. das Nachholen von Schulabschlüssen erwerben. Hier wurde mit den Jugendlichen begonnen sie auf die externe Nichtschülerprüfung vorzubereiten. In dieser Phase fand für jeden Produktionsschüler, der eine Nichtschülerprüfung ablegen möchte, nach Absolvieren eines Kompetenztest, die Einteilung in eine für seine Lernvoraussetzungen geeignete Schülerklasse statt. Ein solcher Unterricht soll ergänzende Funktion haben, möglichst in die praktische Arbeit eingebunden sein und vor Ort an der Schule stattfinden.

 


Wissenschaftliche Begleitung
Das Landesprogramm in Mecklenburg-Vorpommern wird durch die Universität Hannover, Institut für Berufspädagogik (Dr. Cortina Gentner; Prof. Dr. Arnulf Bojanowski), wissenschaftlich begleitet. Die erste Fachtagung zur Ergebnisvorlage findet am 11.04.2007 in Teterow statt.

In den Anwesenheitslisten der Jugendlichen im Vergleich vom September 2006 bis Dezember 2006 erkennbar, wird an der Stabilisierung der täglichen Wahrnehmung der Beschäftigungszeit gearbeitet. Dabei stellt sich bei dem Einzelnen eine Stärkung der Persönlichkeit dar und bei anderen das schwere oder noch nicht bewältigen der persönlich gesetzten Ziele  - Erreichung der Stabilisierung der Alltagsbewältigung. Damit das Erreichen dieser Ziele für den Einzelnen wirklich werden kann, wird im Team der Werkstatt, im Mitarbeiterteam und in der Zusammenarbeit mit Eltern, Betreuern und weiteren pädagogischen Partnern gearbeitet. Hilfreich für das Mitarbeiterteam ist dabei die tägliche Feedbackrunde, die von allen aktiv genutzt wird und zwischenzeitlich als wichtiger Bestandteil des Alltages gesehen wird.
Dabei wird zum Leben/Erleben der Produktionsschulprinzipien das Forum der Mitarbeiterschulungen genutzt. Alle Mitarbeiter nehmen die angebotenen Schulungen mit großer Bereitschaft an und bringen sich auch dabei aktiv in das Leben der Produktionsschule ein. Dabei ist erkennbar, dass Schulungen hier pädagogisch so aufgebaut werden, dass diese auch in allen Werkstätten umgesetzt werden.


Um den Bekanntheitsgrad der Produktionsschule zu verstärken erfolgen regelmäßige Veröffentlichungen in den Zeitungen der Region. Weiterhin wird aktiv mit Schulen, Jugendeinrichtungen und Jugendberatern gearbeitet.

Ab 17.04.2007 werden wir auf dem Wochenmarkt in Lübz unsere Produkte wöchentlich zum Kauf anbieten.

Da im Gutspark Greven schon ein sehr alten Gingkobaum steht, hat die Produktionsschule Westmecklenburg ein Gingkoblatt als Firmenlogo gewählt und damit auch immer wieder ein Erkennungspunkt gefunden.

Aus dem Tagebuch der Produktionsschule Westmecklenburg

 

Am 21.03.2007 wurde der ALL Pütter gGmbH mit der Produktionsschule von der TÜV CERT-Zertifizierungsstelle der TÜV Industrie Service GmbH TÜV Rheinland Group bescheinigt, dass sie gemäß TÜV CERT-Verfahren ein Qualitätsmanagement eingeführt haben und danach arbeiten. (DIN EN ISO 9001)

 

Seit dem 17.04.2007 haben wir in den Sommermonaten jede Woche dienstags einen Stand auf dem Wochenmarkt in Lübz mit Produkten der gesamten Produktionsschule sowie der Straßenverkauf der Gärtnerei in Greven.
05. und 06.05.2007 Stadtfest Parchim mit Bomben-Wetter. Die PS war mit drei Werkstätten auf dem Marktfest vertreten – Holz – Keramik und Kunststoffver- und –bearbeitung. Die Werkstatt Metall war als Helfer im Aufbau und während des gesamten Stadtfestes im Einsatz.
 

Vom 31.05.2007 bis zum 02.06.2007 haben zwei Kollegen (Frau Alex und Herr Thiel) an dem Seminar der Europäischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern „Im Führerbunker brennt noch Licht.....“ teilgenommen.

 

Wir haben eine eigene Produktionsschulfahne. Am 21.05.2007 wurde zum ersten Mal unsere Fahne gehisst. Das haben wir natürlich feierlich begangen.



 

Vom 03.06.2007 bis 10.06.2007 haben die Holzwerkstatt und die Kunststoffverarbeitende Werkstatt jeweils einen Jugendlichen zum Jubiläumswettbewerb (2007 der 15. Wettbewerb – unter Federführung der Bosch-Stiftung) „Stuhl“ nach Riga delegiert. Sie wurden vom Werkstattpädagogen vorbereitet und von Herrn Thiel begleitet. Dort stellten sich Jugendliche aus Lettland – die Elite der Auszubildenden, die den Ausbildungsberuf „Tischler erlernen, einem Jugendwettbewerb und bauten vor Ort einen Stuhl bzw. einen Blumenkasten. Alle hatten die gleichen Arbeitsbedingungen. In diesem Jahr haben unsere Jugendlichen, die noch nicht in der Ausbildung sind, aber schon seit September 2006 in der Produktionsschule arbeiten teilgenommen und sich dieser sehr anstrengenden Herausforderung gestellt. Wir werden die Teilnahme an diesem Wettbewerb zu einer Tradition unserer Produktionsschule machen. Zusätzlich hatte Herr Thiel, als Werkstattpädagoge die Möglichkeit, in diesem Zeitraum an den dort stattgefundenen Workshops über die neusten Trends in der Holzindustrie teilzunehmen. Dabei konnte er sich fachlich weiterbilden.
 

Endlich – wir hatten den ersten Tag der offenen Tür in der Produktionsschule Westmecklenburg
 

Termin: 09.06.2007 von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr
 

 

Die Produktionsschule stellte sich im Rahmen des Parkfestes der Gemeinde Granzin/Greven mit einer Handwerkerstraße vor.
 

Die Produktionsschüler der Werkstätten haben ihre Handwerkerleistung präsentiert. Alle Werkstätten standen zur Besichtigung offen.
 

Hier einige Aktivitäten der Produktionsschüler zum Mitmachen
 

• Im Keramiker-Café wird Handwerk gelebt
 

• Natur im Alltag erleben – mit der Holzwerkstatt
 

• Am offenen Schmiedefeuer arbeiten die Metaller
 

• Café, Kuchen und Gegrilltes von der Werkstatt der Vermarktung/Veredelung
 

• Die Kunststoffverarbeitungswerkstatt begleitete die „Luftfahrt“
 

• Mit der Gartenbauwerkstatt gesund durch die Jahreszeiten
 

Dieses Fest wurde sehr rege besucht. Zahlreiche Vertreter der Öffentlichkeit, von Unternehmen und vor allem viele Eltern, Geschwister und Freunde der Produktionsschüler haben diesen Tag genutzt, sich ein Bild von den Ergebnissen der bisherigen Arbeit zu machen. Alle Jugendlichen haben sich außerordentlich gut präsentiert. Hierbei zeigte sich, dass ein Großteil der Jugendlichen sich in der Produktionsschule wohl fühlt und sich mit dieser identifiziert.
 

Auch Vertreter der Produktionsschulen aus Mecklenburg Vorpommern waren an diesem Tag unsere Gäste.

 

Vom 28.06 bis 30.06.2007 nahmen 6 Kollegen der PS an der vom Bundesverband für Produktionsschulen e.V. in der PS Niebüll organisierten Veranstaltung zum Thema „Produktionsschulpädagogik in Dänemark“ teil. Sie konnten so drein Produktionsschulen in Dänemark besuchen und sich über
 

• Kultur und Arbeitsatmosphäre in Produktionsschulen Dänemarks informieren.
 

Gleichzeitig fand ein Erfahrungsaustauch mit Mitarbeitern anderer Produktionsschulen aus ganz Deutschland statt. Besonders interessant dabei war zu hören wie andere
 

• Produkte und Produktentwicklung in Produktionsschulen voranbringen.
 

 

Zeugnisausgabe und Verabschiedung von Jugendlichen am 31.08.2007
 

Die Verabschiedung von 23 Jugendlichen in Ausbildung bzw. in Arbeit haben wir genutzt um mehrere wichtige Bestandteile für unsere Jugendliche anzusprechen und darzulegen.
 

So wurden folgende Zeugnisse überreicht:
 

• Qualifiziertes Arbeitszeugnis
 

• Zertifikat über durchlaufene Qualifikationsbausteine in dem jeweiligen Berufsfeld der Werkstatt (Qualifikationsbausteine herunter gebrochen auf geringere fachliche Inhalte)
 

• Zensurenspiegel
 

Dabei haben wir die Übergabe dieser Unterlagen feierlich mit einem von der Werkstatt Vermarktung Veredelung Hauswirtschaft produzierten Buffets vorgenommen.

 

Neues Projekt auf dem Gelände – wichtig für die Produktionsschule
 

Im ersten Jahr der PS haben wir festgestellt, dass einige Jugendliche dabei gewesen sind, die nach einer längeren Therapie, die PS als strukturiertem Anschluss empfohlen bekommen haben und diesen genutzt haben – aber diese Struktur fehlte nach der Beschäftigungszeit – daraus einige Abbrüche – PS konnte allein nicht helfen.
 

Unser Träger, die ALL Pütter gGmbH hat ein Konzept entwickelt für ein Kleinstheim nach § 34 KJHG.
 

Welche Jugendliche?
 

Kinder und Jugendliche nach § 27 und § 34 KJHG mit
 

• absolute Schul- und Ausbildungsverweigerung
 

• Defiziten in der sozialen Kompetenz
 

• Schwierigkeiten im familiären Kontext
 

• Verhaltensauffälligkeiten
 

• Suchtgefährdung
 

Eine Besonderheit unseres Konzeptes besteht in der Integration der Heimbewohner in die in Greven ansässigen „Produktionsschule Westmecklenburg“ zur „Wissensvermittlung“ und alltagsbewältigenden Möglichkeiten in den Werkstätten der Produktionsschule Westmecklenburg. Die Wohngruppe des Kinder- und Jugendparkes Greven mit „Wissensvermittlung“ und arbeitstherapeutische Möglichkeiten in den Werkstätten der Produktionsschule Westmecklenburg
 

Zum 01.09.2007 wurde hierfür die Betriebserlaubnis erteilt.

 

Jugendliche aus der Produktionsschule nahmen an den Tagen der ethischen Orientierung aus dem Projekt TEO – classic teil.
 

• 10.10.2007 bis 12.10.2007 Thema: „Mächtig gewaltig – Macht macht was...?!“ Werkstatt Vermarktung Veredelung Hauswirtschaft.
 

• 10.12.2007 bis 12.12.2007 Thema: „Mächtig gewaltig – Macht macht was...?!“ Werkstatt Keramik.
 

Der spielerische Ansatz zu einem generellen Lebensthema, der Erfahrung von Macht und Gewalt im normalen Leben eines Menschen wird hier bewusst gewählt. Die Jugendlichen konnten sich hier dem Thema im Spiel nähern, also mit klaren Regeln im geschützten Raum Erfahrungen machen und diese reflektieren.
 

Die Teilnahme an diesen Tagen war für alle Beteiligten eine große Bereicherung- nicht nur für die Produktionsschüler und Werkstattpädagogen, sondern auch für alle anderen beteiligten Gruppen und Klassen anderer Schulen.
 

Nicht nur die Auseinandersetzung mit dem gewählten Thema war und ist für unsere Jugendlichen wichtig, sondern auch die Integration in die Gemeinschaft anderer Jugendliche ist ein wichtiger Faktor zur Steigerung ihres sozialen Umfeldes.
 

Gern möchten wir Angebote dieser Art auch im Jahr 2008 für unsere Jugendlichen wahrnehmen.

 

10.10.2007 Treffen der Landesjugendpfleger in der PS Westmecklenburg. Dabei wurde neben der Besichtigung auch ein Diskussionspodium mit den Produktionsschülern durchgeführt.

 

Eine indische Nacht vom 24. zum 25.10.2007 verbrachte die Holzwerkstatt im Gutspark. Andre` Howe berichtete von seiner Pilgerfahrt durch Indien. Übernachtet wurde in einer von ihm mitgebrachten und von allen Jugendlichen gemeinsam aufgebauten Jurte.



 

25.10.2007 Angesagt war eine Halloween – Party für alle. Im Vorfeld haben sich alle auf diesen Tag vorbreitet. Alle Werkstätten haben ihre Werkstätten geschmückt. Am 25.10.2007 ging die aus den Gruppensprechern bestehende Jury von Werkstatt zu Werkstatt um jede zu bewerten.
 

Nach 1 ½ Stunden stand fest – die Holzwerkstatt überzeugten am meisten und wurden Sieger.
 

Dafür können die Produktionsschüler der Holzwerkstatt in das Kino gehen. Sie erhielten einen entsprechenden Gutschein. Auf den zweiten Rang folgte die Metallwerkstatt - sie gehen zum bowlen. Die Keramiker folgten auf den 3. Platz und haben einen Grillgutschein erhalten.

 

Traditionell ist schon die Teilnahme auf dem Schweriner Weihnachtsmarkt - 27. Bis 29.11.2007

 

06. und 07.12.2008 Fachforum der BAG ÖRT in Parchim / Greven zum Thema:
 

„Produktionsschulen: zwischen pädagogischem Anspruch und praktischer Realisierung – Vergabe, Konzept, Struktur und Finanzierung“
 

Mit dem Fachforum wurden zwei Fragen verfolgt:
 

• Welche Chancen bietet die Produktionsschulidee für die Bildungslandschaft in Deutschland?
 

• Wie können die bisherigen positiven Erfahrungen des Landesprogramms Produktionsschulen in Mecklenburg Vorpommern? In Mecklenburg Vorpommern sind Landes- und ESF-Mitteln im Zeitraum zwischen 2004 bis 2006 fünf Produktionsschulen in Barth, Greven (Landkreis Parchim), Rostock, Rothenklempenow (Landkreis Uecker-Randow) und in Waren aufgebaut worden.
 

• Vorstellung der Produktionsschule Westmecklenburg

 

18.12.2007 fand eine Weihnachtsfeier für alle Produktionsschüler statt. Die gartenbauwerkstatt hat dazu für alle gegrillt. Es war ein schöner Abschluß für das Jahr 2008.


 

arbeiten – lernen – leben
 

Erfahrungen und Ergebnisse aus den Produktionsschulen in Mecklenburg-Vorpommern
 

Bundesweite Fachtagung am 23./ 24. 01. 2008 in der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit in Schwerin
 

In Mecklenburg-Vorpommern wurden ab 2004 sechs Produktionsschulen aufgebaut und von der Leibniz Universität Hannover wissenschaftlich begleitet. Die Produktionsschulen werden durch die Landesregierung, den Europäischen Sozialfonds und örtliche Finanzierungen unterstützt. Inzwischen ist eine neue und ungewöhnliche Produktionsschullandschaft entstanden. Produktionsschulen bieten benachteiligten Jugendlichen neue Lebens- und Arbeitsperspektiven. Können Produktionsschulen auch die berufliche Bildung in Deutschland anregen?
 

Auf der bundesweiten Fachtagung standen Fachvorträge, thematische Workshops, ein Jugendforum und eine Produktmesse der Produktionsschulen im Mittelpunkt.


 

Riesenspass beim Karnevalsumzug in Lübz
 

Am 02.02.208 fand in Lübz der Umzug zum 55 jährigen Jubiläum des Lübzer Karnevalsclub statt. Die ALL Pütter gGmbH beteiligten sich gemeinsam mit der Firma ihres Beiratsmitgliedes „Schmidt & Co Greven sowie dem Mehrgeneartionenhaus des Jugendfördervereins an diesem Umzug und hatten alle miteinander viel Spaß.